Durch Fitnesstraining werden jährlich Milliarden im Gesundheitswesen eingespart. Eine Wuppertaler Studie aus dem Jahr 2010 unter Leitung von Professor Dr. Theodor Stemper ermittelte ein Kostensenkungs-Potenzial von 16 Milliarden Euro, wenn jeder Gesunde seine Fitness regelmäßig trainieren würde.
Studienergebnisse
Professor Stemper beschrieb den Nutzen von Fitness als “immens”, insbesondere die Entlastungen für gesetzliche wie private Krankenkassen wurden hervorgehoben. Im Einzelnen untersuchte die Studie für das Gesamtergebnis die Auswirkungen auf Arztrechnungen, Medikamente, Heil- und Hilfsmittel sowie Krankenhausaufenthalte. Auch Arbeitsfehltage und frühzeitige Berentungen flossen in die Untersuchung mit ein.
Es musste allerdings gleichzeitig konstatiert werden, dass 75 Prozent aller Deutschen so gut wie keinen Sport treiben. Auch im Alltag wird sich zu wenig bewegt, wozu Büroberufe, die fast ausschließliche Nutzung motorisierter Verkehrsmittel und neue Medien betragen. Der demografische Trend mit einer immer älter werdenden Bevölkerung tut das Seinige.
Auch wenn es erfreulich ist, dass Menschen bei relativ guter Gesundheit älter werden, sind doch die Gesundheitskosten vor allem aufgrund chronischer Erkrankungen bedenklich. Diese, zur Pflegebedürftigkeit führenden Erkrankungen, werden vor allem durch lebenslänglichen Bewegungsmangel verursacht. Der altersbedingte Muskelabbau gehört dazu, dem man auch durch Training im Alter noch signifikant entgegenwirken kann.
Beliebteres Fitnesstraining
Obgleich die Deutschen unter den vorgelegten Zahlen als Sportmuffel gelten müssen, steigt doch innerhalb der präferierten Sportarten, so sie denn durchgeführt werden, die Beliebtheit des Fitnesstrainings. Die Mitgliederzahlen in Fitnessstudios wachsen ständig an, 2009 waren sieben Millionen Deutsche eingeschrieben, 20 Prozent mehr als 2008.
Ihre Zahl überstieg 2009 sogar erstmals die der Mitglieder von Fußballclubs, in denen sich aber immer noch 6,7 Millionen Mitglieder regelmäßig zusammenfinden. Und die Vorteile der Fitness sind unübersehbar: Der Bewegungsapparat und die Haltung werden gestärkt, Gelenke werden geschützt und Sehnen und Bänder mit größeren Belastungen fertig. Das eignet sich auch innerhalb von Therapien als Maßnahme und beugt Osteoporose vor. Der Stoffwechsel in den Muskeln verbessert sich, Körperfett wird abgebaut. Das Risiko für Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfall und Herzinfarkt sinkt ebenfalls. Selbst das psychische Empfinden und Gehirnfunktionen verbessern sich. Gleichzeitig sinkt das Risiko einer Berufsunfähigkeit.
Förderung durch Krankenkassen
Gesetzliche Kassen zahlen vielerorts entweder einen Zuschuss zum Mitgliedsbeitrag im Fitnessstudio oder eine allgemeine Prämie, allerdings werden nicht alle Sportarten von einzelnen Kassen gleichmäßig gefördert. Geregelt ist die Förderung im § 20 des Sozialgesetzbuches V, der die entsprechenden Bonusprogramme vorsieht. Private Kassen wie die AXA oder die Allianz haben einen Kooperationsvertrag mit dem Verband deutscher Fitnessunternehmen (VDF) abgeschlossen, der die Werbung der Versicherungsunternehmen für zertifizierte Studios beinhaltet.