Koordination muss gelernt sein!
Mein Name ist Herr Stadt, ich bin Ergotherapeut aus Leidenschaft und gebe in meinem Blog Tipps und Tricks zum menschlichen Bewegungsapparat.
Als Bewegungsapparat bezeichnet man ein Organsystem, welches dafür sorgt, dass der Körper aufrecht stehen und sich bewegen kann. Dazu gehören Knochen und Gelenke als passiver Bewegungsapparat und die Muskeln als aktiver Bewegungsapparat.
Aktiver Bewegungsapparat:
Dieser beinhaltet die gesamte Skelettmuskulatur, die sich durch Kontraktion der Muskelfasern bewegen kann. Der Mensch kann die Bewegungen der Muskeln bewusst steuern. Die Muskeln sind durch Sehnen mit den Knochen verbunden. Wenn sich der Muskel zusammenzieht (kontrahiert), können wir zum Beispiel den Arm bewegen. Danach erschlafft der Muskel wieder und kehrt in seinen Ursprungszustand zurück. Zur Verrichtung der Arbeit benötigen die Muskeln Energie in Form von Glykogen.
Passiver Bewegungsapparat:
Dieser besteht aus Knochen, Knorpelanteilen und Bändern. Knochen und Knorpel schützen die Eingeweide, dienen den Muskeln als Ansatzpunkte und geben dem Körper seine Form. Durch die Gelenke ist es möglich, Bewegungen auszurichten. Zum Skelett des Menschen gehören der Schädel, das Rumpfskelett mit der Wirbelsäule, die Rippen, das Brustbein, die oberen Gliedmaßen mit dem Schultergürtel und die unteren Gliedmaßen mit dem Beckengürtel.
Durch sitzende Tätigkeiten, die heutzutage im Berufsleben überwiegen, kommt es häufig zu Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparats, unter anderem in Form von Rückenbeschwerden, Arthrose und Osteoporose. Hier helfen nur sportliche Aktivitäten, da Inaktive vor allem mit zunehmendem Alter an Knochenschwund leiden und sich deshalb schneller einen Arm oder ein Bein brechen. Mit Kraft- und Beweglichkeitstraining kann dem vorgebeugt werden, da sich der Mineralgehalt der Knochen dadurch erhöht. Sportlich Aktive stürzen zudem im Alter seltener, da sich ihr gesamter Bewegungs- und Stützapparat verbessert. Man sollte jedoch nicht erst warten, bis man alt ist, sondern am besten schon im Kindesalter mit Sport anfangen, wobei man in jedem Fall sagen kann: Es ist nie zu spät!
Durch Krankheiten, Unfälle oder Entwicklungsstörungen kann der Bewegungsapparat mitunter erheblich eingeschränkt werden – so dass ich als Ergotherapeut dann zum Einsatz komme. Ich helfe dabei, die Bewegungsfunktionen im motorisch-funktionellen Bereich wieder in Gang zu bringen. Dafür werden vor allem einzelne Muskelgruppen trainiert und Koordinationsübungen durchgeführt. Und nicht zuletzt fördere ich affektive und emotionale Fähigkeiten im psychosozialen Bereich: Der eingeschränkte Mensch kann immer zu mehr Aktivität, Selbständigkeit und Eigeninitiative angespornt werden.